Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

Frauen im Rollenstress:
Kindersegen oder Berufserfolg?

Frauen in Deutschland bleiben im europäischen Vergleich besonders häufig zuhause oder arbeiten nur in Teilzeit, um ihre Kinder zu erziehen. Der Streit um das von der CSU geforderte Betreuungsgeld droht die  Regierungskoalition zu spalten. Kritiker sprechen von einer „Herdprämie“. Ist die Debatte um Emanzipation und Gleichberechtigung von gestern? Oder sind die Frauen, die bei ihren Kindern zu Hause bleiben, feige, wie unser Gast Bascha Mika meint? Und wo bleiben dabei die Väter?

Frauen im Rollenstress: Kindersegen oder Berufserfolg?
Marktkirche Hannover:
19.7.2012, 19 Uhr
Phoenix:
29.7.2012 13.00 Uhr
29.7.2012 24.00 Uhr
MIT:
> Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann, EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017
> Dr. Klaus Zeh,
Präsident des Deutschen Familienverbandes
> Prof. Bascha Mika,
Publizistin
> Birgit Kelle,
Journalistin

Gleichberechtigung

Käßmann: Vielfalt statt Rollenklischees

Margot Käßmann fordert mehr Kita-Plätze.

Margot Käßmann war Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die vierfache Mutter weiß, wie schwer es ist, Beruf und Familie zu vereinbaren. Nach der Geburt ihres ersten Kindes dauerte es zehn Jahre, bis sie eine volle Stelle bekam. In Deutschland gäbe es nicht genügend Kita-Plätze um Frauen eine echte Wahlfreiheit zu geben, meint sie. „Es gibt tiefsitzende Rollenbilder in uns allen“, mahnt Käßmann. Der Mann, der zu Hause die Kinder betreut, gelte als Weichei. Die Frau, die Vollzeit arbeite anstatt ihre Kinder zu betreuen werde schnell als Rabenmutter abgestempelt. Dabei gebe es bereits in der Bibel ganz vielfältige Frauen- und Mutterrollen.

Für Wahlfreiheit

Zeh: Mutterliebe hängt nicht vom Geldbeutel ab

CDU-Politiker Klaus Zeh ist vom Erfolg des Betreuungsgeldes überzeugt.

Der CDU-Politiker Klaus Zeh führte als Familienmister 2006 in Thüringen das Betreuungsgeld ein. Heute kämpft er als Präsident des Deutschen Familienverbandes für eine bundesweite Einführung. Er möchte mit den Vorurteilen gegenüber sozial schwachen Eltern aufräumen. „Mutterliebe hängt doch nicht vom Geldbeutel ab“, sagt Zeh. Für kleine Kinder unter drei Jahren sei Bindung wichtiger als Bildung.

Kinder und Karriere

Mika: Frauen machen sich zu „Komplizen der Männer“

Bascha Mika kritisiert die „Feigheit der Frauen“

Bascha Mika ist Publizistin. Die frühere taz-Chefin kritisiert, dass Frauen einknickten und bei ihren Kindern zu Hause blieben, statt ihren Berufsweg zu gehen. In ihrem Buch „Die Feigheit der Frauen“ beschreibt Mika, wie sich Frauen zu Komplizen der Männer machten. Mika ist überzeugt, dass es tiefsitzende Rollenbilder in unserer Gesellschaft gebe, die es zu überwinden gelte. Kinderbetreuung ist für sie eine Gemeinschaftsaufgabe von Mutter und Vater – und das bitte auf Augenhöhe.

Mütter und Gesellschaft

Kelle: Kinder sind kein Klotz am Bein

Birgit Kelle ist stolz auf ihre Mutterrolle.

Birgit Kelle ist für jedes ihrer vier Kinder drei Jahre zu Hause geblieben. Sie sagt: Die Liebe der Mutter ist das Wichtigste für ein Kind. Die Gesellschaft solle das endlich akzeptieren und aufhören, Mütter zurück in den Beruf zu drängen. „Was wir brauchen, ist eine neue Mütterpolitik, denn Mütter sind als Verliererinnen der Frauenbewegung zurückgelassen worden“, sagt die Publizistin und kritisiert, dass Kinder heute vor allem als Klotz am Bein gesehen würden. Das Leben einer Frau würde erst dann als erfolgreich betrachtet, wenn sich ihr Lebenslauf dem des Mannes am meisten angeglichen habe.

http://www.tacheles.tv/aktuell/familienbilder/

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