Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

12:18

Häusliche Gewalt

Berlinerinnen verprügeln immer öfter ihre Partner

Die Zahl der häuslichen Gewaltfälle ist unverändert hoch. Gleiches gilt für die Täterzahlen. Doch die Schläger sind immer öfter auch Frauen.

Immer öfter geht häusliche Gewalt in Berlin auch von Frauen aus. Im vergangenen Jahr fiel fast jeder vierte Tatverdacht auf eine Frau (24,7 Prozent), fünf Jahre zuvor war es nur gut jeder fünfte gewesen (21,2 Prozent). Das geht aus der jüngsten Kriminalstatistik hervor. Insgesamt gab es 10.532 Täter und 12.957 Opfer – rund drei Viertel waren Frauen. Das Dunkelfeld dürfte jedoch sehr viel größer sein. Viele Opfer – Frauen wie Männer – trauen sich trotz oft jahrelanger Gewalt nicht zur Polizei.

Insgesamt ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt seit Jahren nahezu unverändert. Im Vorjahr zählte die Polizei 16.108 solcher Delikte. Dass es zehn Jahre zuvor nur 7552 Fälle waren, hat nach Angaben der Behörde mit einer heute besseren Sensibilisierung der Ermittler zu tun.

Das Gros der häuslichen Gewalt machen Körperverletzungen aus – 2011 waren es 8839 Fälle. Lösen sich Opfer von ihren Peinigern, ist die Gefahr Experten zufolge aber längst nicht gebannt. Gerade bei Trennungen steige das Risiko enorm, dass die Gewalt erst recht eskalierte, sagt Patricia Schneider, Geschäftsführerin der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG). „Studien zeigen, die Gefahr für Frauen von ihren Männern getötet zu werden, ist dann fünfmal so groß.“

2011 wurden in Deutschland laut Statistik 154 Frauen von ihren aktuellen oder ehemaligen Lebenspartnern umgebracht. In Berlin gab es in dem Jahr insgesamt vier vollendete und acht versuchte Tötungsdelikte.

Etwa die Hälfte der Tatverdächtigen ist zwischen 30 und 49 Jahren alt. Experten zufolge spielen kulturelle Hintergründe bei den Taten oft eine Rolle – vor allem wenn Männer ihre Frauen schlagen. Gut ein Drittel hat keinen deutschen Pass, die meisten davon – rund ein Drittel – haben türkische Wurzeln. Anfang Juni sorgte in Kreuzberg der Fall einer Als probates Mittel setzen Politik und Polizei auf den sogenannten Platzverweis für prügelnde Partner, der in Berlin nach einer Probephase Mitte 2002 eingeführt wurde. Darunter fallen etwa Wegweisungen, Betretungsverbote sowie Kontaktverbote. Zuletzt kamen diese Maßnahmen aber immer seltener zum Einsatz. Waren es 2007 noch 2408 Verweise, waren es im vergangenem Jahr nur noch 2142.

http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article108935885/Berlinerinnen-verpruegeln-immer-oefter-ihre-Partner.html?wtmc=google

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