Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

17.10.2012

Gesetzentwurf Bundesregierung will Rechte leiblicher Väter stärken

Leibliche Väter in Deutschland sollen ein Umgangsrecht mit ihrem Kind erhalten – auch wenn die Mutter das Kind gemeinsam mit einem anderen Mann großzieht. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat die Bundesregierung nun auf den Weg gebracht.

Berlin – Die Bundesregierung will die Rechte leiblicher Väter stärken, die keine enge Beziehung zu ihrem Kind haben. Das Kabinett verständigte sich auf einen entsprechenden Gesetzentwurf des Justizministeriums, über den nun der Bundestag entscheiden muss.

Bislang kann der biologische Vater nur dann einen Kontakt gegen den Willen der Mutter und des sogenannten rechtlichen Vaters erzwingen, wenn er bereits eine enge persönliche Beziehung zu seinem Kind aufgebaut hat. Künftig soll hingegen entscheidend sein, ob der Umgang dem Kindeswohl dient und ob erkennbar ist, dass der leibliche Vater tatsächlich Verantwortung für seinen Nachwuchs übernehmen will.Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte die alten Verhältnisse in zwei Urteilen von 2010 und 2011 beanstandet, weil der Erzeuger oft keine Chance habe, eine enge Beziehung aufzubauen. FDP-Familienexperte Stephan Thomae sagte, das Familienrecht werde mit dem Gesetzentwurf an moderne Familienformen angepasst. „Ein Vater bekommt dann die Möglichkeit, mit seinem Kind mehr Zeit zu verbringen, wenn er bewiesen hat, dass er bereit ist, Verantwortung für sein Kind zu übernehmen“, erklärte er.

Schon vor einem Vierteljahr hatte das Kabinett die Rechte von unverheirateten Vätern gestärkt. Sie sollen uneingeschränkt das Sorgerecht für ihre Kinder ausüben können – im Zweifel auch gegen den Willen der Mutter. Über einen entsprechenden Gesetzentwurf aus dem Juli wird der Bundestag voraussichtlich in der kommenden Woche in erster Lesung beraten.

Noch offen ist, wann sich das Parlament mit der Reform des Umgangsrechts befasst.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde Bezug genommen auf die Klage eines 41-jährigen Berliners vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Diese Klage bezog sich jedoch auf die rechtliche Anerkennung der Vaterschaft, es ging nicht um das Umgangsrecht. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

hut/dpa/AFP

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/bundesregierung-staerkt-rechte-leiblicher-vaeter-a-861833.html

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