Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

Zigaretten bringen Frauen um mehr als zehn Lebensjahre
Große Studie untersucht Zusammenhang zwischen Rauchen und Lebenserwartung
Rauchen verringert die Lebenserwartung von Frauen um mehr als zehn Jahre. Das ist eines der Ergebnisse einer großangelegten Studie mit über einer Million Frauen, die Forscher in Großbritannien durchgeführt haben. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit für Raucherinnen, im Alter zwischen 50 und 80 zu sterben, dreimal so hoch wie die von gleichaltrigen Frauen, die niemals geraucht haben. Das Risiko verringert sich jedoch deutlich, wenn das Rauchen aufgegeben wird. Dabei gilt allerdings: je früher, desto besser. Am wirksamsten ist der Rauchstopp, wenn er vor dem 30. Lebensjahr erfolgt. Das berichten das Team um Kristin Pirie von der University of Oxford im Medizinerfachblatt „The Lancet“.
Die Probandinnen sind alle in den frühen 1940er Jahren geboren und damit die erste Generation von Frauen, in der Rauchen bereits in jungen Jahren sehr verbreitet war, erläutern die Forscher. Deswegen sei die aktuelle Studie sehr viel aussagekräftiger als frühere, bei denen noch keine vollständigen Daten vorgelegen hätten. Sie rekrutierten dafür knapp 1,2 Millionen Frauen zwischen 1996 und 2001 und befragten sie zu Lebensumständen und Gesundheitszustand. Drei Jahre später wurden die Teilnehmerinnen noch einmal zur Untersuchung gebeten, und bis Anfang 2011 registrierten die Wissenschaftler alle Todesfälle. Sie identifizierten drei Gruppen: aktuelle Raucherinnen, zu denen bei Studienstart 20 Prozent der Probandinnen gehörten, frühere Raucherinnen, was für 28 Prozent der Teilnehmerinnen galt, und Nichtraucherinnen. Im Verlauf der Studiendauer starben knapp 66.500 der Frauen.Drastisch erhöhtes Sterberisiko
Die Sterberate der Raucherinnen, die ein Päckchen Zigaretten oder mehr pro Tag rauchten, lag dreimal so hoch wie die der Nichtraucherinnen, zeigte die Auswertung. Selbst Gelegenheitsraucherinnen hatten noch ein doppelt so hohes Sterberisiko wie die Nichtraucherinnen. Besonders gehäuft traten bei den Raucherinnen Todesursachen auf, die typischerweise mit Zigarettenkonsum in Verbindung gebracht wurden: chronische Lungenerkrankungen, Lungenkrebs, Herzkrankheiten und Schlaganfälle. So hatten die Raucherinnen beispielsweise ein mehr als viermal so hohes Risiko, an der koronaren Herzkrankheit zu sterben, wie Nichtraucherinnen im gleichen Alter.Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich jedoch – und zwar in jedem Alter. Die stärksten Effekte erzielt man aber bei einem sehr frühen Rauchstopp: Wer bereits vor dem Alter von 30 Jahren auf Zigaretten verzichtet, muss in späteren Jahren nur noch mit drei Prozent des erhöhten Sterberisikos leben. Schafft frau den Rauchstopp vor Erreichen des 40. Lebensjahres, neutralisiert das immerhin noch 90 Prozent des erhöhten Risikos.

Kaum ein Unterschied zu den Effekten bei Männern
Zusammenfassend müsse betont werden, dass zwei Drittel aller Todesfälle unter Raucherinnen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren auf das Rauchen zurückgeführt werden können, sagen die Forscher. Drastisch fällt auch der direkte Vergleich mit Frauen aus, die nie zur Zigarette gegriffen haben: Statistisch sterben 53 Prozent der Raucherinnen, bevor sie das 80-ste Lebensjahr erreichen, bei Nichtraucherinnen sind es nur 23 Prozent.

Die Wissenschaftler haben bei ihren Berechnungen versucht, alle möglichen Faktoren mit einzubeziehen, die ebenfalls die Lebenserwartung beeinflussen, darunter den Alkoholkonsum, den sozioökonomischen Status der Frauen, ihre körperliche Aktivität und den Body-Mass-Index. Dennoch sei es möglich, dass nicht alle gefundenen Effekte auch wirklich auf das Rauchen zurückzuführen seien, räumen sie ein. Sie sind jedoch sicher, dass der größte Teil des erhöhten Sterberisikos tatsächlich vom Zigarettenkonsum verursacht wird. Die Ergebnisse zeigten, dass die Auswirkungen des Rauchens bei Frauen etwa genauso groß sind wie die bei Männern. „Wenn Frauen rauchen wie Männer, sterben sie auch wie Männer“, formuliert es Co-Autor Richard Peto, ebenfalls von der Oxford-Universität. (doi: 10.1016/S0140-6736(12)61720-6)

(The Lancet, 29.10.2012 – ILB)

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