Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

Welt ohne Männer

‚dok.film‘

Welt ohne Männer

(c) ORF

Hat der Mann seine große Zukunft hinter sich?

In seinem provokanten Dokumentarfilm geht der österreichische Regisseur Michael Satzinger dieser existentiellen Frage auf den Grund.

Biologen wissen es schon lang: Die Männer der Spezies Mensch haben ein Problem. Ihr kleiner Unterschied, das Y-Chromosom, verkümmert zunehmend.

Franz Moser (li.) bei der

„Der Mann ist ein Irrtum der Natur“, …

… meint der britische Genforscher Brian Sykes. „Nicht mehr lange und er stirbt aus.“ Etwa 100.000 Jahre gibt die Wissenschaft den Männern noch. Zeit genug um in Ruhe über eine gentechnische Lösung des Problems nachzudenken? Möglicherweise.

Andererseits sinken Spermienrate und Qualität in alarmierendem Tempo. In den letzten 50 Jahren alleine um 50%. Nahezu jeder fünfte männliche Däne ist heute bereits unfruchtbar. Und dabei bleibt es nicht.

Verkehrspilotin Alexandra Patzal im Flugsimulator (c) ORF/Magic Movie

Wissenschaftler, …

… die sich mit den Lebensbedingungen in der Arktis befassen, wollten es zuerst nicht glauben: In einigen Dörfern Grönlands und Sibirien werden seit geraumer Zeit fast ausschließlich Mädchen geboren. Statistisch gesehen eine Unmöglichkeit.

Jasmine Wagner vor Inukshuk-Statue im Hafen von Oslo, Norwegen (c) ORF/Magic Movie

Als man die Inuit untersuchte,

… musste man jedoch feststellen, dass sie eine hohe Konzentration von Pestiziden in sich tragen. Doch in der Arktis gibt es keine Landwirtschaft. Wo also sollten diese Gifte herkommen? Und wie können Umweltgifte verhindern, dass weiter Jungen geboren werden?

Nach langen Untersuchungen stellte sich schließlich heraus, dass der Dreck, den die westlichen Industrieländer in die Atmosphäre blasen, durch Luftströmungen in den Norden gelangt. Dort regnet er ab und lagert sich in den Meeres-Säugern an.

Jasmine Wagner mit Roboter Justin, DLR Stuttgart (c) ORF/Magic Movie

Pestizide töten männliche Föten

Da sich aber die Inuit hauptsächlich von diesen Tieren ernähren, nehmen sie hohe Dosen der Gifte auf. Im Körper schwangerer Frauen wirken diese Pestizide wie Östrogen und stören nachhaltig den Hormonhaushalt. Die Folge: männliche Föten sterben bereits im Mutterleib.

Unter diesem Gesichtspunkt schrumpft die Lebenserwartung der Spezies Mann plötzlich auf wenige tausend Jahre. Wenn den Menschen nicht bald etwas einfällt, dann wird die Erde bald zu einer Welt ohne Männer. Mit Folgen, die noch nicht abschätzbar sind.

Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke, München (c) ORF/Magic Movie

Männersterben in der Steinzeit

Die österreichische Archäologin Jasmin Wagner hat eine merkwürdige Entdeckung gemacht. Sie ist auf die Überreste eines Steinzeitvolkes gestoßen, dessen Männer offenbar von einem Tag auf den anderen verstorben sind. Zumindest lassen DNA-Proben ihrer Überreste keine andere Erklärung zu.

Kriegerische Auseinandersetzungen scheiden als Ursache aus, weil die Skelette der Männer keine diesbezüglichen Verletzungsmuster aufweisen. Eine Felszeichnung am Rande der Siedlung lässt den Einschlag eines Meteoriten vermuten.

Jasmine Wagner mit Neanderthalerstatue, Mettmann, Deutschland (c) ORF/Magic Movie

Doch weshalb starb daran nur die männliche Hälfte des Volkes, samt Kleinkindern und Babys? Wenn es Wagner gelingt, dieses steinzeitliche Rätsel zu lösen, könnte sie auf einen Hinweis stoßen, der den heutigen Männern hilft, ihr Aussterben in letzter Sekunde noch zu verhindern.

Forscher sehen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Der unkontrollierte Einsatz von schädlichen Chemikalien wie Bisphenol-A in der Kunststoff- und Lebensmittelindustrie zeigt bereits messbare Auswirkungen.

 Oliver Stummer im Deutschen Museum, München (c) ORF/Magic Movie

Die „Androgyne Revolution“

Jährlich steigt weltweit die Anzahl an Zwitterwesen während gleichzeitig die Fruchtbarkeit generell abnimmt. Über 11% der Paare in Europa können keine Kinder mehr bekommen. Dem Fortpflanzungsspezialisten Michael Schenk zufolge könnte es zu einer „androgynen Revolution“ kommen.

Analog zum Tierreich könnten auch die Menschen ein drittes Geschlecht ausbilden, welches beide Geschlechter, Männer und Frauen in sich vereint.

Die beiden Hosts des Films: Oliver Stummer und Jasmine Wagner (c) ORF/Magic Movie

Die Wissenschaft muss sich jedenfalls beeilen. Für die nahe Zukunft sind massive Sonnenstürme und ein möglicher Polsprung vorausgesagt. Umstände, die dem geschwächten Genmaterial der Männer weiter zusetzen könnten. Ein Wettlauf mit der Zeit hat begonnen.

Regie: Michael Satzinger
Koproduktion MAGIC MOVIE / ORF
Österreich 2012

http://tv.orf.at/program/orf2/20121007/575866501/345268

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