Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

Der berühmt-berüchtigte Klaps auf den Hintern, der noch nie jemandem geschadet haben soll, schien ein Relikt vergangener Zeiten zu sein. Moderne Eltern schlagen ihre Kinder nicht, so sollte man meinen. Doch eine repräsentative Umfrage hat ein völlig anderes Bild ergeben. Beinahe die Hälfte aller Eltern nutzen bei der Erziehung ihrer Kinder auch körperliche Mittel, um zum Erfolg zu kommen. Bequemlichkeit oder Hilflosigkeit?

Das Ergebnis der Studie von FORSA im Auftrag der Zeitschrift „Eltern“ könnte schlimmer sein. Könnte man meinen. Zwar gaben 40 Prozent der befragten Eltern an, nicht ohne körperliche Züchtigung auszukommen. Dabei handele es sich aber lediglich um den vergleichsweise „harmlosen“ Klaps auf den Po. Doch erstens ist schon das schlimm genug und ein Ausdruck von Ratlosigkeit oder Unvermögen in Sachen Erziehung. Und zweitens sind die anderen Methoden, die als Hilfe zur Erziehung angesehen werden, zwar subtiler, aber sicher nicht weniger bedenklich.
Der Klaps auf den Hintern: Der Osten hält sich zurück

Wenn man bedenkt, dass die Menschen in den neuen Bundesländern Jahrzehnte lang in einem autoritären System gelebt haben, würde das den Verdacht nahelegen, dass in diesen Gebieten Deutschlands mehr Kinder geschlagen werden als im von Freiheit verwöhnten Westen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall, zumindest was den Klaps auf den Po angeht. In den alten Bundesländern gaben 42 Prozent der Befragten an, sich der fragwürdigen Methode zu bedienen. Im Osten des Landes waren es mit 32 Prozent 10 Prozent weniger. Die Studie ging weiter und wollte wissen, wie viele der heutigen Eltern in ihrer Kindheit selbst geschlagen wurden. Auch hier ein klares Bild: Im Osten wurde weniger mit dem Mittel körperlicher Gewalt erzogen. Dafür war eine andere Praxis im Osten ausgeprägter. Die Eltern in den neuen Bundesländern ohrfeigen ihre Kinder häufiger. 14 Prozent gaben das an, während im Westen nur 9 Prozent auf dieses Mittel zurückgriffen.

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Alles halb so schlimm? Fast jedes zweite Kind wird geschlagen

http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/erziehungsfragen/alles-halb-so-schlimm-fast-jedes-zweite-kind-wird-geschlagen

Kommentare zu: "Der Klaps auf den Hintern" (1)

  1. Es gibt böswillige und psychisch kranke Menschen, die Gewalt ausüben um ihre Interessen durchzusetzen, bzw. wo sie Ausdruck der Erkrankung ist.

    Ansonsten denke ich, dass Gewalt und sei es ein Klaps auf den Hintern, Ausdruck von Überforderung, Hilflosigkeit und/oder Ohnmacht der Eltern ist. Aus irgendwelchen Gründen holen sich diese Eltern keine Hilfe, bzw. sorgen sich nicht um sich selbst und überfordern sich so, bleiben alleine mit ihren Sorgen. Gewalt und sei sie noch so gering, ist eine Grenzverletzung gegenüber dem Kind.

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