Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

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Manifest für den Mann

Ralf Bönt

Manifest für den Mann

11.10.2012 17:15 Uhr

Er sei durch ein Fenster gesprungen, das die Medien ihm geöffnet hätten, sagt Ralf Bönt von sich. Der mit seiner Familie in Berlin lebende Schriftsteller „ist bekannt geworden durch den letzten in unseren Breitengraden noch stattfindenden Bürgerkrieg – dem zwischen Mann und Frau“, stellt ihn der moderierende Germanist Gerhard Kaiser dem Publikum im Literarischen Zentrum vor.

In seinem Buch „Das entehrte Geschlecht“ fordert Bönt nichts Geringeres als die Befreiung des modernen Mannes aus seiner gesellschaftlichen Unterdrückung.

Der gelernte Kfz-Mechaniker und promovierte Physiker will mit seinem „notwendigen Manifest für den Mann“ an die revolutionäre Bewegung des Feminismus anknüpfen und diesen durch die Emanzipierung eines neuen Männerbildes aus seiner Sackgasse herausführen. Was in der knappen Veranstaltungsankündigung durchaus schon kämpferisch klang, aber auch einer gewissen satirischen Spitzfindigkeit nicht entbehrte, erwies sich in Person des 1963 geborenen Autors als mehr ernst und bissig als humorvoll. Bönts Kernforderungen beinhalten ein Recht auf ein karrierefreies Leben als Mann und dadurch mehr Teilhabe am Familienleben, ein Recht auf Schwäche und Krankheit ohne den Vorwurf der Hypochondrie und eine Sexualität frei von Diffamierung, Kriminalisierung oder Kapitalisierung.

Eine relativ neue Sichtweise, die durchaus einigen Mutes bedarf, nimmt der Autor des Manifests zur Krise der Männlichkeit doch in der Kritik eine durchaus exponierte Stellung ein. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel verweigerte sich laut Bönt sogar komplett seinem Thema und habe über ihn als „Weichei, das sich am Küchentisch ungerecht behandelt“ fühlt, gespottet. Auch dem Hohn der Hochglanzmagazine sei er ausgesetzt, erzählte der Schriftsteller offen. Seine Position zu vertreten, sei eben nicht so einfach wie zu fragen: „Warum habe ich kein Wahlrecht?“
Der Wunsch nach vollkommener Gleichberechtigung, die in Deutschland und weiten Teilen Europas zumindest offiziell erklärtes gesellschaftliches Ziel ist – auch wenn sie von männlicher Seite her bisher wenig beleuchtet wurde – bedarf natürlich zunächst der Identifizierung ihrer Hindernisse. Und da fallen Bönt einige ein.

Auf ein Hinauslehnen aus dem metaphorischen Fenster verzichtet er allerdings lieber gleich zugunsten eines Sprunges durch selbiges. Bönt trägt in festem aber ruhigem Ton vor, dass Männer im Schnitt eine um sechs bis sieben Jahre kürzere Lebenserwartung hätten als Frauen, dass die Kosmetikindustrie einpacken könnte, wenn bekannt würde, wie Männer wirklich darüber dächten, dass eine Karotte gefährlicher sei als ein erigierter Penis und überhaupt die realen Zahlen von Vergewaltigungen durch Männer nicht dem Bild entsprächen, das in den Medien erzeugt würde, dass Nachsicht mit der blutrünstigen Schnipp-Schnapp-Schwanz-ab-Schwarzer („dem Franz Josef Strauß des Feminismus“) nichts als gehobener Chauvinismus sei, dass Männer ihr Geschlechtsteil weniger häufig wüschen, weil sie meinten, nicht dafür verantwortlich zu sein und dass im Allgemeinen der Penis wegtabuisiert werde, wie beispielsweise im Film „Brokeback Mountain“, in dem er sich selbigen zu sehen erhofft habe.

Ein wilder Blumenstrauß der Missstände. Natürlich überzieht Bönt, um gehört zu werden, aber hinter seinen zum Teil auch etwas abstrusen und unzusammenhängenden Gedankengängen verbirgt sich ein ernstzunehmendes Thema, das mit der Stellung der Frau und dem Funktionieren einer modernen Gesellschaft und Familie so eng zusammenhängt wie der Papst mit der Kirche.

Bönt versteht sich zwar nicht als Ratgeber und steht auch sonst bekennend erst am Anfang seiner Überlegungen („Im Nachhinein hätte ich das Buch lieber ,Der ungeliebte Mann‘ genannt“), aber die vermeintliche Jammerei eines Weicheis ist in Wahrheit eine selbstkritische Forderung nach mehr Freiheit für den Mann.
Ralf Bönt: „Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann “. Pantheon Verlag, 160 Seiten, 12,99 Euro.

Von Anna Kleimann

http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Kultur/Kultur-vor-Ort/Manifest-fuer-den-Mann

 

http://www.vaeter-zeit.de/vaeter-eltern-dritter-klasse/ralf-boent-das-entehrte-geschlecht.php

 

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Der will doch nur spielen!


Wie ist er denn nun eigentlich, der „neue Mann“, über den gerade alle reden? Gibt es ihn überhaupt schon? Unsere Autorin machte sich auf die Suche und traf Experten, die es wissen müssen. Sie erfuhr, dass viele Männer vor allem eines sind: überfordert und verwirrt – von den Ansprüchen der Frauen.

Eva Meschede

Auf der Suche nach dem „neuen Mann“

Berlin, Prenzlauer Berg, an einem ganz normalen sonnigen Werktag im „Café Liebling“. Noch bevor ich mich entschieden habe, ob ich „regionalen Quittensaft“ oder „Kräuterlimonade“ trinken möchte, läuft schon der dritte Vater mit seinem Baby im Tragesack vor dem Bauch an mir vorbei. Ich bin auf der Suche nach dem häufig beschworenen „neuen Mann“. Womöglich habe ich ihn hier schon gefunden?

Die Dichte der Latte-macchiato-Papis sei hier wohl sehr hoch, frage ich meinen ortskundigen Interviewpartner. „Ich bin jedenfalls sehr froh, dass man sich als Mann nicht mehr schämen muss, wenn man sein Kind herumträgt“, antwortet Ralf Bönt kämpferisch. Allerdings sei das nicht repräsentativ für die ganze Republik.

Er muss es wissen, schließlich wohnt er nicht nur mit Familie in diesem Biotop der alternativen Geschlechterrollen, er kennt sich auch in der Männerfrage aus. Denn er hat ein viel diskutiertes Buch geschrieben: „Das entehrte Geschlecht – Ein notwendiges Manifest für den Mann“.

„Das entehrte Geschlecht“ von Ralf Bönt (Pantheon Verlag, um 13 Euro) hier bestellen auf Amazon.de >>

Die Rolle in Familie und Gesellschaft

Der Mann und seine vermeintlich neue Rolle in Familie, Beziehung und Gesellschaft ist ein großes Thema in allen Zeitungen und Magazinen. Da war die Rede vom „Peter-Pan-Kerl“, der sich nicht festlegen will; vom „Schmerzensmann“, der ein jammerndes Häufchen Elend ist; und vom „Strickjackenjungen“, der mit Fusselbart und Nerd-Brille vor allem interessant aussehen will…

http://www.cosmopolitan.de/liebe-sex/maenner/a-32563/der-will-doch-nur-spielen.html

Männerfantasien


Jungen- und Männerförderung ist nicht grundsätzlich falsch. Trotzdem sollte man im Kopf behalten: Benachteiligt sind meistens immer noch die Frauen. Statt seriös zu diskutieren, werden Grabenkämpfe ausgetragen.

Die deutsche Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder (CDU), propagiert eine verstärkte Förderung von Jungen. So hat sie unter anderem im Jahre 2011 erstmals den „Boy’s Day“ ins Leben gerufen, bei dem sich analog zum „Girl’s Day“ Schüler für bisher als eher unmännlich geltende Berufe interessieren sollen. Dieselbe Ministerin hat zudem ein Buch („Danke, emanzipiert sind wir selber. Abschied vom Diktat der Rollenbilder“) veröffentlicht, in dem sie dem Feminismus zuruft, es nun mal gut sein zu lassen.

Für Furore sorgt auch ein weiteres Buch: „Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann“. Wortreich beklagt Autor Ralf Bönt darin, dass in der westlichen Welt mittlerweile die Männer das benachteiligte Geschlecht seien: Sie hätten eine geringere Lebenserwartung, würden immer noch an alten Rollenbildern gemessen und hätten als Vater weniger Rechte als Mütter. Noch schärfer artikulieren die sogenannten „Maskulisten“ die vermeintliche Diskriminierung von Männern: Ihre extremsten Vertreter verneinen unter anderem die Tatsache weiblicher Lohndiskriminierung und halten, seriöse Daten und Studien ignorierend, die Diskussion um Gewalt gegen Frauen für völlig überzogen.

Den ganzen Artikel gibt es hier:

http://www.theeuropean.de/litters/11375-foerderung-von-maennern

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