Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

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Die Sexismusdebatte geht weiter

Sexismusdebatte: #Aufschrei gegen Gauck

Von Fabian Reinbold

„Wir sind verblüfft und erschüttert“: Junge Frauen der #Aufschrei-Initiative kritisieren Joachim Gauck für seine Äußerungen zur Sexismusdebatte. Der Bundespräsident hatte im SPIEGEL den „Tugendfuror“ der Diskussion beklagt. Auch die Piratin Marina Weisband greift Gauck für seine Wortwahl an.

Hamburg – In einem offenen Brief kritisieren junge Frauen Bundespräsident Joachim Gauck für dessen Äußerungen zur Sexismusdebatte. „Wir vermissen in Ihren Äußerungen vor allem Feingefühl und Respekt gegenüber all den Frauen, die sexistische Erfahrungen gemacht haben.“ Verfasst ist der Appell unter anderem von den Initiatorinnen der #Aufschrei-Debatte über Alltagssexismus. Sie würden Gauck den Brief schicken, um zu „erklären, warum uns Ihre Haltung erschüttert“.

Grund des Unmuts ist ein Interview mit Gauck im aktuellen SPIEGEL. Dort hatte der Bundespräsident über die Sexismusvorwürfe gegen den FDP-Politiker Rainer Brüderle gesagt: „Wenn so ein Tugendfuror herrscht, bin ich weniger moralisch, als man es von mir als ehemaligem Pfarrer vielleicht erwarten würde.“ Mit Sicherheit gebe es in der Frauenfrage noch einiges zu tun. „Aber eine besonders gravierende, flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen kann ich hierzulande nicht erkennen“, sagte Gauck.

Ein Artikel einer „Stern“-Journalistin über Brüderle hatte die Sexismusdebatte, die auf Twitter unter dem Hashtag #Aufschrei geführt wurde, ins Rollen gebracht. Zuvor hatte SPIEGEL-ONLINE-Redakteurin Annett Meiritz über offenen Sexismus in der Piratenpartei berichtet.

Piratin Weisband: „Von ganz oben herabgelassen“

Insbesondere der Begriff „Tugendfuror“ sorgt für Entsetzen bei den Verfasserinnen des Briefes. Durch die Verwendung dieses Wortes, so schreiben die Frauen an Gauck, „bringen Sie erniedrigende, verletzende oder traumatisierende Erlebnisse sowie das Anliegen, diese Erfahrungen sichtbar zu machen, in Verbindung mit dem Begriff Furie“. Da das Wort verwendet werde, um die Wut der Frauen lächerlich zu machen, „bedienen Sie jahrhundertealte Stereotype über Frauen“, so der Vorwurf der Autorinnen an Gauck.

Sieben Frauen haben den Brief unterzeichnet, darunter die Initiatorinnen der #Aufschrei-Debatte, Nicole von Horst, 25, und Anne Wizorek, 31. Wizorek wurde das Gesicht der Debatte, sie diskutierte unter anderem bei Günther Jauch über Sexismus.

Hier gehts weiter:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sexismus-debatte-aufschrei-gegen-gauck-a-887170.html

Hier der Link zum Offenen Brief der aufgeregten Damen:

http://alltagssexismus.de/gauck

„Mein Patriarchat ist besser als deins“

Sexismusdebatte „Mein Patriarchat ist besser als deins“

11.02.2013 14:32 Uhr Von Hani Yousuf

Die Pakistani Hani Yousuf hat knapp zwei Jahre lang in Berlin gelebt. Nun ist sie vor den „aufdringlichen Berliner Männern“ geflohen – denn in Pakistan habe sie als Frau mehr Aufstiegsmöglichkeiten. Und weniger Angst vor Sexismus und Rassismus.

Ich scherze oft darüber, wie ich Berlin verließ, weil mir „mein“ pakistanisches Patriarchat besser gefalle als das der aufdringlichen Berliner Männer. Aber das ist eigentlich nur halb im Scherz gemeint. Ich bin gegangen, weil der Sexismus verletzend war und an Belästigung grenzte. Und ich ging, weil jeder meinte, ich müsste das doch aus Pakistan gewohnt sein. Egal, wie ich also Frauenfeindlichkeit in Deutschland erleben würde, es wäre ja wohl immer noch besser als in Pakistan!

Ich ging in meine Heimatstadt Karachi zurück, um für „Associated Reporters Abroad“ zu arbeiten, eine Nachrichtenagentur, die ihren Sitz eigentlich in Berlin hat.

Anderthalb Jahre steckte ich in Berlin knietief in Sexismus und Rassismus – dann bin ich im August letzten Jahres in meine Heimatstadt Karachi zurückgezogen. Ja, ich nenne die Dinge beim Namen: Auch wenn das nicht zur populären Meinung passt, fühle ich mich als Journalistin in Pakistan sehr viel wohler als in Berlin.

Natürlich habe ich hier in Karachi zunächst Heimvorteile: Ich kenne die Kultur besser und kann die Gesellschaft besser einschätzen. Auch gehöre ich zur oberen Mittelschicht Pakistans und habe gewisse Privilegien, die andere Frauen in meinem Land nicht haben. Aber sie wie auch ich profitieren gemeinsam von einer Haltung, die es in Deutschland nicht gibt: „Lihaz“. „Lihaz“ ist zwar ein sehr patriarchalisches Konzept, aber es steht für Respekt gegenüber Frauen. Es ist ein Konzept, das Unterdrückung beinhaltet, aber doch hat es mich immer vor all solchen aufdringlichen Annäherungen geschützt, wie ich sie in Berlin erfuhr. Man kann es mit dem Konzept der „political correctness“ aus den Vereinigten Staaten vergleichen. Auch dort fühlte ich mich sicher vor sexistischen oder rassistischen Kommentaren.

Wollt ihr mehr von diesem Artikel lesen, dann klickt den Link an:

http://www.tagesspiegel.de/meinung/sexismusdebatte-mein-patriarchat-ist-besser-als-deins/7758192.html

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