Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.(Heiner Geißler)

Liebe Leser/innen meines Blogs,

kennt ihr die Lemminge?Ja? Dann wisst ihr auch um den Mythos dieser eigentlich recht lustigen tierischen Gesellen? Es besagt, dass es nur einen Anführer braucht, um tausende ihresgleichen mit in den Tod ziehen lässt. Genauer- einer stürzt sich einen Berg herunter und alle folgen ohne nachzudenken oder stehen zu bleiben freiwillig diesem vermeintlichen guten und klugen Tier. Massenselbstmord genannt.

Sogar Walt Disney hat damals erkannt, wie witzig diese Geschichte klingt und hat einen Film darüber gemacht namens „Abenteuer in der weißen Wildnis“ .

Wollt ihr auch wissen, warum ich euch das frage bzw. erzähle?

Ich musste sofort an die Lemminge denken,als ich mir überlegte auf den Compact-Kongress zu gehen. Im Vorfeld las ich nämlich einige Aufrufe so wie Kommentare etlicher, die meinten ohne zu überlegen ihren nicht verlangten Senf abgeben zu müssen.

Neutralität und Wertschätzung ist für solche Menschen ein Fremdwort. Denn immer noch haben wir eine Meinungsfreiheit für alle. Außer wohl für andersdenkende…

Hier mal meine persönlichen Eindrücke vom belagertem Kongress:

Am Samstag, 23.11.2013 fand in Leipzig die 2. Konferenz für Souveränität statt. Geladen hatte die Compact-Magazin für Souveränität in Kooperation mit dem IDC(Institut de la Deocratie et de la Cooperation,Paris). Thema war „Für die Zukunft der Familie-Werden Europas Völker abgeschafft?“. Eigentlich eine gute Sache-wäre da nicht im Vorfeld ein nach meinem Geschmack nicht nur eine heiße,sondern vor allem sinnlose Diskussion und auch Ärger gewesen. Die Grünen,Linken und Queer.de riefen nämlich zu Gegen-Demos auf. Weil sie der Meinung waren und sind,dass die Referenten sowie die Teilnehmer homophob wären. Eine Vorverurteilung die ich nicht nachvollziehen kann,zumal sie auch nicht bereit waren, mit uns direkt ins Gespräch zu kommen. Wenn sie etwas sagten, dann wurde eher geschrien, was viel über den Geisteszustand derer viel aussagt.

Im Internet ging es hoch her-die Seiten von Queer.de riefen zu Kundgebungen und Gewaltfreier Demos auf. So mussten alle Teilnehmer damit rechnen,sowohl Verbal wie auch Körperlich angegriffen zu werden. Am Freitag trafen sich dann auch etliche Gegner in der Leipziger Universität,um sich auf zu puschen. Mit Wirkung,denn schon am frühen Morgen konnten wir von unserem Hotelzimmer aus sehen,wie einige Demonstranten immer näher geschlichen kamen. Beim Frühstücken dann sahen wir,wie sie direkt an unserem Fenster vorbei eilten.

Rund 400 Demonstranten waren vor Ort. Das war eine Aufmerksamkeit,mit der ich nicht gerechnet hatte. Im Gegenzug angekündigte 600 Polizisten. Ob es tatsächlich(auf jeder Seite) so viele waren,lässt sich vor allem hinterher schlecht abschätzen.

Da wir uns in Sicherheit wiegten und darauf vertrauten,dass uns nicht nur das Sicherheitspersonal sondern auch ein Großaufgebot von Polizisten beschützen würden,machten wir uns dann gegen 8.45 auf den kurzen Weg zur Halle,wo der Kongress stattfinden sollte. Schon aus der Ferne hörten wir den Rabatz,den die Demonstranten veranstalteten. Schnell sah man sie dann auch verstreut wichtig tuerisch herumlaufen und Krach machen. Mit Plakaten,Konfetti, Obst und anderen Dingen wollten sie unsere Aufmerksamkeit erhaschen. Ich habe mir im Vorfeld gedacht,dass es so ähnlich wie beim Männerkongress in Düsseldorf letztes Jahr ablaufen würde-nur mit etlichen mehr Demonstranten. Weit gefehlt-die proklamierten im Internet,dass sie gegen Gewalt wären und zitierten sogar Eva Herman. „Kacken Dreist“ dachte ich da schon. Die trauen sich was.

Als ich näher kam,wurde ich gleich in Empfang genommen. Gut dass ich meine Kamera umgehängt hatte,sonst wäre sie mir recht schnell aus der Hand gerissen,denn etliche waren ganz sicher nicht so friedlich gesinnt wie angekündigt. Im Gegenteil-man spürte gleich, dass sich immer mehr Gewaltbereite junge Leute untergemischt hatten. Sie wollten mit allen Mitteln verhindern,dass wir in die Halle kamen. Bei manchen dachte ich gar-lieber Tot als Lebendig. Mit meiner Kamera konnte ich soweit mir das möglich war, Aufnahmen machen um zu Dokumentieren,was da abging. Was einen Weg von ca 1-2 Minuten unter normalen Umständen gedauert hätte vom Hotel zum Kongress zu gelangen,gestaltete sich als Spieß Ruten laufen mit sage und schreibe fast 15 min,wenn man nicht in Verbale Attacken verwickelt wurde. So gesehen bei zB. Monika Ebeling,die auch eine der Referentinnen war. Sie wurde umzingelt und sehr hart angegangen. Zum Ende dieser „Diskussion“ die eine junge Frau überwiegend schreiend abhielt,drückte man Frau Ebeling gar ein Kondom in die Hand. Ich nehme mal stark an,dass es eine Anspielung auf das Baby war,welches sie mit dabei hatte. Sie nahmen keine Rücksicht darauf und versuchten auch sie abzudrängen.Dieses Verhalten toleriere ich in meinen Augen keinesfalls-im Gegenteil.

Einige Referenten kamen aus Russland. Auch sie wurden beleidigt,beschimpft und eine Frau gar tätlich angegriffen,sodass sie erst mal in ein Krankenhaus gefahren werden musste.Das zum Thema „wir sind gegen Gewalt “…

Auch ich hatte große Mühe,mich durch das Gewusele der Gegner zu bewegen. Viele Aus weich Manöver waren von Nöten,bis ich endlich einige Polizisten zu Gesicht bekam. Die hatten sich in Reih und Glied aufgebaut,um uns zu schützen. Warum sie allerdings nicht darauf kamen,für uns eine Sicherheitsschneise zu errichten,ist nur eine von vielen Fragen,die aufkamen und irgendwie immer noch im Raum stehen.

Denn ich hatte immer mehr das Gefühl,dass sie heillos überfordert waren mit der allgemeinen Situation. Viel zu wenige waren vorhanden-sie holten diesen Fauxpas später nach. Aber da waren wir im Prinzip schon fast alle durch und im sicheren Gebäude. Währenddessen gelangten einige bis an die Mauer der Halle und hämmerten mit Händen und Füssen dagegen,um zu verhindern dass wir drinnen etwas verstehen könnten. Dort konnte man wieder erleben,dass die Polizisten überfordert waren:Sie standen einfach da und rührten sich eine Weile nicht-im Gegenteil-sie sahen zu was die Demonstranten veranstalteten. Auch das wurde dokumentiert. Erst nach geraumer Zeit der Verwüstung kamen sie auf den Trichter, die Störenfriede zu entsorgen-sprich weg zu drängen. Einige legten es darauf an,verhaftet zu werden. Was wahrscheinlich dazu führt,dass sie die Ultimativen Märtyrer in ihrer Szene werden könnten. Sie haben sich geopfert für ihre Sache angezeigt zu werden. Tja…der Kindergarten mit Rundum Betreuung lässt grüßen…

Mit etlicher Verspätung (9 Uhr war angesagt)konnte der Kongress dann endlich beginnen-ungeachtet der Gegner,denn die tönten immer noch lautstark herum(nerv-nerv…).

Große Namen standen als Referenten auf der Liste. Die da wären Peter Roman Scholl-Latour ,Eva Herman,Beatrice Bourges und Thilo Sarrazin. Scholl-Latour und Herman sagten im Vorfeld leider ab,was ich als sehr schade empfand. Aber auch andere, die ich noch nicht kannte, waren präsent.

VORSTELLUNG DER REFERENTEN:

Thilo Sarrazin

„Demographische Entwicklung und Familienpolitik:Versäumnisse und Herausforderungen“

Bernhard Lassahn

„Manifest zur Verteidigung von Liebe und Familie“

Andre Sikojev

Gender Mainstreaming und Familie aus der Sicht der russisch-orthodoxen Kirche“

Elena Misulina

Natalia Narotchnitskaya

Olga Batalina

John Laughland

Monika Ebeling

„Männer sind die Opfer von Emanzipation und verfehlter Gleichstellungspolitik“

Dorothea Böhm

„Die Mütter-Kind-Beziehung in den ersten Lebensjahren“

Beatrice Bourges

„Die Volksbewegung gegen die „Ehe für alle“ in Frankreich“

Eva Herman

-war mit einer Ton-Botschaft vertreten,weil sie im Vorfeld beleidigt,beschimpft und bedroht wurde und sich nicht traute öffentlich aufzutreten,aber es dennoch für wichtig erachtete, ihre Meinung kund zu tun.

Im großen und ganzen war es für mich ein recht gut gelungener Kongress-unabhängig vom Gezetere der Demonstranten. Wer mehr im Detail über die Referenten und dem Inhalt erfahren möchte, kann sich selber im Internet ein Bild machen.

Noch etwas: Erst dachte ich, dass es vielleicht besser wäre,gewisse Links in den Artikel einzubauen-nahm aber deswegen Abstand davon, weil ich weder Werbung noch Unterstützung denen gewähre, die fremde Meinungen und Statements nicht aushalten geschweige in den vernünftigen Diskurs gehen können.

Und die sich Anmaßen zu wissen, was ich über diese Thematik denke bevor ich gefragt wurde. Eine Minderheit darf ruhig ihre Meinung kundtun und auch Kritik austeilen dürfen-muss aber auch Kritik im Gegenzug aushalten können. Wer dazu nicht fähig ist und andersdenkende teilweise mit Gewalt zum Zuhören zwingt, stößt zumindest bei mir auf taube Ohren.

Ich hoffe darauf, dass der nächste Kongress oder Vortrag nicht halb so gewalttätig ausfällt. Ansonsten wäre ich langsam dafür, dass die Gegenpartei die Rechnung für das Sicherheitspersonal zu gesendet bekommt…

Sieht das jemand auch so wie ich? Oder hat er eine andere Meinung? Über Kommentare freue ich mich.

Aktuelles Update:

Bundesregierung bekundet “Bedauern” über Angriffe auf COMPACT-Konferenz

Nach den brutalen Übergriffen auf die COMPACT Familienkonferenz in Leipzig musste nun auch die Bundesregierung reagieren. Nach Auskunft der Russischen Botschaft in Berlin hat das Auswärtige Amt aufgrund einer Beschwerde der russischen Regierung über die Gewalttätigkeiten gegen die COMPACT Familienkonferenz am 23.11.2013 in Leipzig, insbesondere gegen die von uns eingeladenen russischen Duma-Abgeordneten Olga Batalina und Jelena Misulina,  in einer offiziellen Stellungnahme sein Bedauern ausgedrückt.

Hier geht es spannend weiter:

https://www.compact-magazin.com/bundesregierung-bekundet-bedauern-ueber-angriffe-auf-compact-konferenz/

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